Bericht 2010

Mehr als 100 Teilnehmer werkelten auf der Burg

Ein Bericht von Marie Medow

Als am Freitagabend alle so nach und nach eintrudelten, gab es erstmal ein freudiges Begrüßen. Es wurde gesungen und geklönt. Die meisten gingen jedoch recht früh ins Bett, denn für den nächsten Tag stand viel auf dem Plan des Bauhüttenkreises. Und so begann der Samstag um 7 Uhr mit dem Frühstück. Spätestens in der Morgenrunde sah man, wie viele Wandervögel, Pfadfinder und andere den Weg zur Burg - diesmal zum Teil durch tiefen Schnee - gefunden hatten, um hier zu werkeln und ihren Teil beizutragen, dass der Ludwigstein in seiner Einzigartigkeit erhalten bleibt und noch schöner wird.

Im Lauf des Tages trafen immer mehr Gruppen ein, und schon beim Mittagessen war klar, dass sich die Küchenmannschaft, die nur auf die 80 angemeldeten Teilnehmer eingestellt war, wieder ’mal einiges einfallen lassen musste. Dafür wurde aber auch entsprechend gearbeitet. Im ersten Stock im Seitenbau musste in den Duschräumen mit der Entkernung begonnen werden, um einen Pilz zu entfernen und an der weiteren Ausbreitung zu hindern. Um Ähnliches in den restlichen Duschräumen zu verhindern, wurden hier die Silikonfugen komplett überarbeitet, die Lüftungen überprüft und nachgestellt. Unten im Brunnenhaus wurde im Aufenthaltsraum der Boden abgeschliffen und neu versiegelt. Auch der Fußboden im Landgrafenzimmer wurde gereinigt und geölt. Im Musikzimmer wurde die Decke erneuert, und neue Lampen wurden angebracht. Für den Bühnenhintergrund im Rittersaal wurde ein schwarzer Vorhang genäht, der die Bühne zum einen verschönert („Vor ihm sieht sogar die E-Orgel schön aus“) und zum anderen eine vielfältige Nutzung ermöglicht, da man die weiße Wand weiterhin für Lichtbildprojektionen (Dias, Beamer etc.) nutzen kann.

Nachdem die Zivis in der Woche schon die Wände und Decken im Rittersaal gestrichen haben, war für das Wochenende die Holzvertäfelung dran. In den Zimmern und Fluren im Obergeschoss des Meißnerbaus wurde der altersschwache Putz abgeschlagen, um ihn komplett zu erneuern. Gestrichen wurden außerdem sämtliche Flure und Treppenhäuser im Mittelbau. Zwischendurch war hier das Chaos zwar perfekt, als sich fast mehr Farbe an Pimpfen und auf dem Boden befand; aber nach dem Mittagessen wurden diese „Schäden“ schnell beseitigt. Die Farbe gelangte schließlich doch an die Wände, Böden und Pimpfe waren gereinigt, und an vielen Stellen wurden auch noch Ranken und Zierleisten angebracht. So erstrahlen die Flure im Mittelbau sowie der Rittersaal in einem neuen Farbkonzept. Die neue Farbgebung erhielt zwar ein geteiltes Echo, aber man kann den größten Kritikern grundsätzlich sagen, dass man nicht immer an allem herummäkeln muss, was einem selbst nicht gefällt - und zur Beruhigung: In zwei bis drei Jahren muss sicherlich wieder gestrichen werden, und dann sieht es vielleicht schon wieder ganz anders aus. Den meisten gefiel es jedenfalls.

Im Patenraum 123 wurden ebenfalls die Wände neu gestrichen und in dem Patenraum 234 die letzten Balken abgeschliffen und geölt, neue Lampen angebracht und neue Vorhänge genäht und aufgehängt. Für das Schwimmbad wurden Holzbänke gebaut und in der Sauna die Liegeflächen erhöht, während vor den Schwimmbadfenstern schon die Vorbereitungen zur Grundsteinlegung für den Enno-Narten-Bau anliefen. Hierfür wurde der Schnee geebnet und genutzt, um aus Schneeblöcken eine symbolische „Grundmauer“ zu errichten, die, solange es so winterlich bleibt, den Umfang des neuen Gebäudes sichtbar macht. Am Abend gab es Grünkohl und das vom Stiftungsvorstand gespendete Fass Bier. Aber auch das Kuratorium und der VJL-Vorstand wollten sich nicht lumpen lassen und spendeten Bionade. Im Speisesaal wurde noch lange am Feuer gesungen, und das Schwimmbad und die Sauna fanden im neuen Kleid Beachtung.

Zur Morgenrunde am Sonntag, diesmal auf 8.45 Uhr verschoben, weil einige Bereiche der Burg schon für die Grundsteinlegung gereinigt werden mussten, fanden sich wieder alle im Burghof ein, um sich für die restlichen Arbeiten einteilen zu lassen. Die wurden am Vormittag zügig erledigt, und alles wurde soweit aufgeräumt, dass ab Montag wieder Belegung kommen konnte, bzw. die Hauswirtschaft bei der Endreinigung nicht allzu viel Kummer hatte. Nach der Schlussrunde ging der größte Teil der Bauhüttenmannschaft um 12 Uhr zur feierlichen Grundsteinlegung für den Enno-Narten-Bau, der auch die Werkstatträume für künftige Bauhütten enthalten wird. So fand die Winterbauhütte einen schönen Ausklang.

Bilder zur Winterbauhütte 2010 folgen demnächst.