Bericht 2011

130 Teilnehmer erbrachten mehr als 1500 Arbeitsstunden für ihre Burg

Ein Bericht von Merle Stein

Da auch in diesem Jahr Bauhelfer für die Winterbauhütte schon ab dem 3. Januar wieder herzlich eingeladen waren, begann für mich die Arbeit auf der Burg schon am ersten Dienstag des neuen Jahres. Genau wie ich waren schon fünf Mädchen des DMWB, zwei Jungs des Weinbacher Wandervogels, eine Familie des DPB und alpi vom BdP auf der Burg eingetroffen. Seit Sonntagabend waren auch Alex und Kolja, zwei Gesellen (Maurer und Steinmetz) auf der Walz auf dem Ludwigstein, die für sechs Wochen dort wohnen und arbeiten wollten. Die beiden bekamen die Aufgabe, im Keller unter dem Schwimmbad eine Mauer hochzuziehen und dort eine Tür zum Schacht nach draußen einzusetzen. alpi und mir wurde aufgetragen, die Fenster der Speisesaals auszuhängen und im Meißnerzimmer durch Schleifen für einen neuen Anstrich bereit zu machen. Da es für die anderen beim Abkleben im Speisesaal zu wenig zu tun gab, und alpi und meine Wenigkeit die Hilfe bei den Fenstern gut gebrauchen konnten, kamen noch drei der Mädchen vom DMWB und die beiden Weinbacher zu uns.

Chaotisch und eher schleppend schafften wir am Dienstag recht wenig und begannen am Mittwoch gemeinsam mit Flo (BdP) und zwei Jungs des BPS, die übrig gebliebenen Elemente zu bewehren, damit diese am Freitag zu den Fundamenten der X-Stützen des Enno-Narten-Baus betoniert werden konnten. Während alpi und ich also mit den drei Jungs die Formen der Fundamente mit Stahl und Dinkies versahen, wurde im Speisesaal, im Paaschezimmer und im Seitenbau fleißig gestrichen. Und dabei hatte die Winterbauhütte noch nicht mal richtig begonnen. Am Donnerstag wurden die letzten Vorbereitungen für das Betonieren der Fundamente der X-Stützen getroffen, u.a. Stahl fertig zugeschnitten und weitere Fundamente bewehrt, dem Winter und der Nässe verfallene Formen der Fundamente notoperiert und für den Beton stabilisiert, alle Formen von Schnee und Eis befreit und dem Betonmischer freie Fahrt verschafft.

Da war es auch schon Freitag, offizieller Beginn und Anreisetag der Winterbauhütte 2011. Da zum Bedauern aller Beteiligten der Mittelbau für die Übernachtung gesperrt war, musste die erwartete Horde bündischer und anderer Bauhelfer irgendwie in alle zur Verfügung stehenden Räume verteilt werden. Und so verbrachten alpi und ich unseren Freitag damit, die ankommenden Leute zu begrüßen, ihnen ein Zimmer zuzuteilen und sie darauf hinzuweisen, sich in die Listen für die Ehrenamtsstunden einzutragen. Während wir in unserem provisorischen Büro im Speisesaal saßen, und ich zwischendurch Busshuttle zwischen Burg und Witzenhausen Nordbahnhof fuhr, wurden unten am Enno-Narten-Bau fleißig die Fundamente betoniert. Als es um 20 Uhr Abendbrot gab, war ein Großteil der Bauhelfer schon da, und es war klar, dass wir sehr viele werden würden. Der Freitagabend klang dann in Singe- und Gesprächsrunden früher oder auch später aus.

Am Samstagmorgen war um 7 Uhr Frühstück angesetzt, und im Lauf der Stunde bis zur Morgenrunde um 8 Uhr trafen mehr und mehr zerknitterte Gestalten im Speisesaal ein, um vor dem arbeitsreichen Tag noch feste Nahrung zu sich zu nehmen. Um 8 Uhr begann - durch das Frühstück gestärkt - die Morgenrunde, die durch den Burgbetriebsleiter Jörg, den Technischen Leiter und Hüttenmeister Uwe, und durch Gunthard in Vertretung von Selmar, den ein Zahnarzttermin eingeholt hatte, eingeleitet wurde. Nachdem die Aufgaben verteilt waren, machten sich nach und nach alle auf den Weg zur Werkstatt, holten ihr Material und begannen danach tatkräftig mit den Arbeiten auf ihren Baustellen.

Wenn man also am Samstag durch die Burg ging, sah man Menschen dem Speisesaal den letzten Schliff in Sachen Farbe geben, die Fenster des Speisesaals schleifen und neu streichen und den oberen Flur im Seitenbau und dessen Zimmer mit einem neuen Anstrich versehen. Ein Zimmer bekam durch eine Baumzeichnung eine besondere Note von unserer Architektin Meike und von alpi verpasst. Dirk entfernte aus einer Nische ein Dohlennest und die dazugehörigen Hinterlassenschaften, die Bühne im Rittersaal wurde von Benne und seiner Truppe geschliffen, und einiges andere im Rittersaal wurde renoviert. Der DMWB strich seinen Patenraum, das Meißnerzimmer, brachte die Meißnerformel in einer neuen Form auf die Wand und nähte neue Vorhänge. Diverse Bäder bekamen von Höttges und seinen Leuten neue Silikonfugen. Wenn man sich auf den Weg durch das Treppenhaus Richtung Werkstatt machte, hörte man immer mehr Stimmen. Kurzer Blick in den Heizungskeller: Hier wurden Rohre vom Burgbetriebsleiter und anderen isoliert. Wenige Meter vor der Zelterküche konnte man schon ahnen, dass dort Abriss angesagt war. Männer und Frauen mit Schutzbrillen und Atemschutzmasken bewegten sich in einem Haufen Schutt und in einer riesigen Staubwolke. Während die Zeltertoiletten fleißig, mit einem Lächeln auf dem Gesicht als neue Schutzbrillen kamen, abgerissen wurden, mauerten ein paar andere schon mal die Fensterlöcher der Zelterküche zu, da diese und die Zeltertoiletten bald Archivlagerräume werden sollen.

Weg vom Abriss, auf in Richtung Enno! Schon auf dem Weg von der Staubwolke zum Enno fiel auf, dass da was anders war. Nur was? Ah, mehr Licht, ein größerer freier Platz, viel Brennholz und Äste, Motorsägengeräusche, ein Holzschuppen an einem anderen Ort… Die Deutsche Waldjugend hat einen Baum gefällt, der für die Rampe zu den neuen Archivräumen im Keller des Enno Platz machen musste und diesen zu Brennholz verarbeitet. Gestapelt zum Trocknen wurde das Holz dann in und neben dem versetzten Holzschuppen hinter dem Enno-Narten-Bau am Hang. Direkt vom Holzschuppen aus sah man, wie im Keller des Neubaus fleißig Löcher in die Decke gebohrt wurden, und dabei keine geringen Mengen an Wasser dem Bohrenden entgegen kamen. An den Wänden wurde gespachtelt, geflext und anschließend gestrichen. Dabei war draußen so ein schönes Wetter, strahlender Sonnenschein!

Durch den Matsch und die Pfützen auf die Leiter, ins Obergeschoss des Enno und auf die letzte Baustelle. Gleichzeitig ist das die Baustelle, auf der am längsten gearbeitet wurde. Die Jungs und Mädels hatten Schalungen gebaut und fleißig betoniert - und das Ganze bis halb nachts! Obwohl der Grünkohl ab 20 Uhr im Speisesaal auf den Tischen stand.Alle bis auf die fleißigen BetoniererInnen saßen größtenteils in sauberen Klamotten und frisch geduscht um Punkt 20 Uhr im Speisesaal und genossen das leckere Essen, das von Teilen des Stiftungsvorstands zubereitet worden war. Als zusätzliche Belohnung für die gelungene Arbeit des Tages bekam jeder zwei Freigetränke, und so wurde ein weiterer Abend mit lebhaften Singe- und Gesprächsrunden eingeläutet.

Da am Samstag viel geschafft worden war, und alle sehr fleißig waren, wurden Frühstück und Morgenrunde am Sonntag ein wenig nach hinten verschoben. Erst um 9 Uhr war Arbeitsbeginn. Als die letzten Arbeiten erledigt und die Baustellen wieder aufgeräumt waren, trafen alle im Burghof ein. Von Seiten der Burg und der Baustellenleitung wurde für die vielen freiwilligen Arbeitsstunden gedankt, und zum Abschluss sangen alle gemeinsam das Burglied. Ein Moment, der mir persönlich Gänsehaut machte.

Nach und nach fuhren vor und nach dem Mittagessen die vielen Bauhelfer gen Heimat, und die Burg lag wieder still auf dem Berg. Nun wartet sie auf die nächsten Wochenenden mit vielen Bauhelfern.

Bilder zur Winterbauhütte 2011 folgen demnächst.